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„Wellness“ und der „Ferne Osten“ – eine gute Kombination?

2012 August 21
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von zarosa

Gastbeitrag von Markus Stegmayr (Markus Alpenblogger), alpenblogger.at

Es ist deutlich, dass der Blick des „Westens“ in Sachen „Wellness“ in den letzten Jahren immer mehr in den „Fernen Osten“ geschweift ist. Egal, ob man dabei den Begriff „Wellness“ in einem engeren oder in einem weiteren Sinne versteht, man muss sich erstmals nur die Angebote in den jeweiligen „Wellness-Hotels“ ansehen.

Dazu kann ich auf ein eigenes Erlebnis in einem Hotel in Warth zurückgreifen, dem „Sporthotel Steffisalp“, wo sich doch die eine oder andere „exotische“ Massage auf dem „Massageplan“ (siehe steffisalp.at/wellness/massagen.html) befindet. Als „Wellness-Anfänger“ wird man sich vielleicht fragen, was es mit „Lomi Lomi Nui“ oder mit „Mukabhyanga“ auf sich hat. Die Massage wird in einem Beitrag der Wochenzeitung „Die Zeit“ auch „Meine Seelenmassage“ genannt (hier gehts zum Artikel) – und damit bereits treffend in den richtigen Kontext gestellt.

Klassisch vs. „Fernöstlich“?

Man könnte im Anschluss daran nämlich auch die Frage stellen: Warum sind „klassische“ Massagen immer noch so beliebt, wenn die Massagen, die sich von „fernöstlichem“ Wissen beeinflusst zeigen, wesentlich mehr im Sinne haben als „nur“ körperliches Wohlbefinden, nämlich ein ganzheitliches Wohlfühlen von Körper und Geist? Man wird die Antwort wohl nur schwer finden und zugleich auch einen Einwand gegen den Begriff „Seele“ finden müssen, da dieser schon implizit eine Trennung von Körper und Geist voraussetzt. Die „Seele“ ist das überzeitliche, metaphysische Konstrukt, während der Körper vergänglich ist. Im „Fernen Osten“ wird diese Zweiteilung zum Teil anders gedacht, was auch Auswirkungen auf die „Massagepraxis“ per se hat: Körper und Geist sind „eins“, sind gleich wichtig, was eine Aufwertung des Körpers UND des Geistes nach sich zieht, ja dazu führt, dass der Körper und die Seele zugleich „gestreichelt“ werden müssen, da geglaubt wird, dass die Massage von bestimmten Regionen des Körpers unmittelbare Wirkung auf den Geist hat.

Keine Trennung mehr…

Wenn aber die explizite Trennung von Körper und Geist (oder auch Seele) aufgehoben ist, dann ist es auch folgenrichtig, dass man von „Energiepunkten“ spricht, nicht mehr davon, dass ein gesunder Geist in einem gesunden Körper steckt – oder ähnliche Gemeinplätze. Es geht darum die „Energiepunkte“ zu finden und die Blockaden zu lösen, die den Menschen daran hindern, an der Energie der „Welt“ Anschluss zu finden und seine eigenen Energien zu nützen. In der Massage wird unmittelbar das eigene „Im-Fluss-Sein“, „In-der-Welt-Sein“ und das eigene Wohlbefinden „thematisiert“, sodass eine Verbindung z.B. mit Yoga auf der Hand liegt.

Suspension des „Egos“…

Bei Yoga geht es nicht um kurzfristige Entspannung, sondern darum, echte „Energieoasen“ in den Alltag einzuschleusen, loszulassen und vor allem sein „Ich“, besser wohl sein „Ego“ zu verändern, zu reinigen von Einflüssen, die nicht gut für das eigene Wohlbefinden sind. Auch das sind „fernöstliche“ Tendenzen: Während im Westen das „Ego“ hoffnungslos überschätzt wird, wird im „Fernen Osten“, vor allem in diversen fernöstlichen Philosophien, das „Loslassen“ thematisiert, die Tatsache, dass nicht alles vom „Ich“ und vom „Ego“ aus steuerbar ist, sondern manchmal die Dinge auch so sind, wie sie sind. Mit dieser Haltung gelangt man hin zu einer Haltung der Akzeptanz. Konsequent gedacht wird also „nur“ eine Massage, die sich von „fernöstlichen“ Praktiken beeinflusst zeigt, nicht ausreichen, sondern es wird ganzheitlicher gedacht werden müssen.

Um es mit Rilke zu sagen: „Du musst dein Leben ändern.“ Vielleicht ist ja eine „fernöstliche“ Massage eine Anregung dazu, körperliche und geistige „Wellness“ für sich selbst neu zu denken.

Übrigens: Weitere Informationen zum Thema fernöstliche Medizin finden Sie hier

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