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Die Folgen von zu viel Schlaf

2011 März 21
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von zarosa

Wer zu viel schläft, lebt ebenso ungesund wie ein Kurzschläfer. Das ist durch umfangreiche Untersuchungen belegt. Die statistischen Werte für eine verkürzte Lebenserwartung bei zu wenig und zu viel Schlaf sind sogar nahezu identisch. Über die Ursachen hingegen rätseln die Forscher noch, ebenso über die Frage, ob nicht Ursache und Wirkung verwechselt werden, wenn von zu viel Schlaf gesprochen wird. Dieser könnte auch eine Abwehrreaktion des Körpers gegen Überlastung sein, wie Hypersomnieforscher glauben. Hypersomnische Personen schlafen nicht freiwillig zu viel, sondern leiden unter Schlafattacken bis hin zur Narkolepsie.

Das richtige Gleichgewicht

Das morgendliche Aufwachen ist für die meisten Menschen mit dem Wunsch verbunden, doch noch einige Minuten länger schlafen zu können, jedenfalls wenn der Wecker die Schlafperiode willkürlich beendet hat. Doch zu viel Schlaf kann tatsächlich schaden. Schlafforscher beschwören das Gleichgewicht zwischen Wachen und Schlafen. Die Risiken einer überlangen Nachtruhe sind inzwischen klar belegt: Sie begünstigt Krankheiten und sogar einen früheren Tod. Warum das so ist, wissen die Forscher nicht genau. Dass sich im Schlaf jedoch unerhörte seelische Prozesse abspielen, gilt als gesichert. Gehirn und auch Körper leisten bisweilen Schwerstarbeit, während der Schläfer sanft zu ruhen scheint. Es werden Erinnerungen verarbeitet, auch Wunden heilen schneller im Schlaf. Die Organe regenieren sich, wozu der Körper beinahe so viel Energie wie in hellwachen Leistungsphasen benötigt. Ohne Schlaf geht es gar nicht – nach einigen Tagen deliriert der Mensch, nach etwa zwei bis drei Wochen absoluten Schlafentzugs tritt der Tod ein.

Wie viel Schlaf ist gesund

Darauf gibt es eine einfache Antwort: Wer den ganzen Tag über fit ist, schläft genug. Die Leistungsfähigkeit am Tag ist der Maßstab für den gesunden Nacht- (oder auch Mittags-) Schlaf. Durchschnittliche Mitteleuropäer schlafen sieben Stunden, Kinder und Jugendliche etwas länger, ältere Menschen etwas kürzer. Eine Abweichung um bis zu zwei Stunden ist völlig normal. In Finnland wurde eine Langzeitstudie durchgeführt, welche die Lebenserwartung von Kurz- und Langschläfern ermittelte. Die Studie begann zwischen 1975 – 1981, es wurden 21.000 Zwillinge befragt. Das erstaunliche Ergebnis: Sowohl die Kurz- als auch die Langschläfer erhöhten um durchschnittlich 17 – 26 Prozent ihr Risiko, früher zu sterben. Männer mit zu viel Schlaf starben – jedenfalls unter den finnischen Zwillingen – zu 24% vor ihren normal schlafenden Geschlechtsgenossen, die Kurzschläfer zu 26%. Die Frauen verkrafteten die ungesunden Gewohnheiten etwas besser.

Eine Ursache für zu viel Schlaf könnte die als Krankheit anerkannte Hypersomnie sein, in ihrer stärksten Ausprägung als Narkolepsie gefürchtet. Betroffene schlafen aufgrund seelischer Probleme zu viel.

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